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10.08.2020

Die schönsten Radtouren der Eifel - diesmal "Von der Waldidylle Weissenseifen zum Wetterradar Neuheilenbach" von Rainer Nahrendorf

Foto Rainer Nahrendorf: Der Radarturm von Neuheilenbach ist das Ziel des Sommerausflugs

Foto Rainer Nahrendorf: Der Radarturm von Neuheilenbach ist das Ziel des Sommerausflugs

Wenn Sie an heißen Tagen einmal nicht an einen der Eifeler Stauseen radeln, sondern in kühler Waldluft „baden“ wollen, ist diese Radtour eine erfrischende, schöne und spannende Alternative. Es ist

eine leichte Halbtagestour mit wenigen Steigungen – Hin und zurück 20 km
Sie führt von dem im Wald verborgenen Künstlerdorf Weissenseifen zu einem Relikt des Kalten Krieges, dem heutigen Wetterradar von Neuheilenbach. Genießen Sie die Waldeinsamkeit und spektakuläre Panoramablicke.
Sie  fahren mit dem PKW von Schönecken über die L 16 bis zum Parkplatz an dem Abzweig zum Künstlerdorf Weissenseifen. Dort parken Sie ihr Fahrzeug und fahren mit dem Rad zunächst zum 200 Meter entfernten Künstlerdorf und besichtigen die Exponate der Bildhauer.
Danach kehren Sie um und radeln die L16  etwa 500 Meter in Richtung Mürlenbach, bis rechts die Forststraße in den Wald abbiegt. Über diese Forststraße führt der Pilgerweg nach Trier. Fahren Sie den geteerten Weg vorsichtig, denn es gibt einige gefährliche Schlaglöcher. „Augen auf“  heißt es auch, wenn Sie am Ende der Forststraße auf die L 33 nach Densborn treffen. Sie überqueren nun diese viel befahrene Straße und fahren auf die gegenüber abbiegende Straße nach Neuheilenbach bis zum Ortseingang von Neidenbach. Bis hierhin ist die Tour identisch mit der Tour 3, die Heinz-Günter Boßmann und ich in unserem Buch „Die schönsten Radtouren der Eifel“ bereits beschrieben haben.
Am Ortseingang von Neidenbach steht das Liebeskreuz. Sie biegen  rechts ab und folgen dem zunächst geteerten Weg bis zum Wetterradar. Auch das folgende kurze geschotterte Wegstück ist gut befahrbar. Sie können das Radar nicht verfehlen, denn es steht auf einem 32 Meter hohen Stahl-Gitter-Mast. Er ist weithin sichtbar, sowohl von Neustraßburg/Balesfeld als auch von Neuheilenbach. Von dem Höhenweg zu diesem Stahl-Turm bieten sich grandiose Panoramablicke. Nur ganz in der Ferne sieht man einige Windräder. In der Nähe würden sie das Radar stören. Das hat der Deutsche Wetterdienst auch von den entfernten Windrädern in Matzerath und Eilscheid behauptet und gegen die Genehmigung geklagt. Jedoch hat das Verwaltungsgericht die Klage wegen nur geringfügiger Störungen abgewiesen.
Wenn Sie sich dem Radar nähern, werden Sie bemerken, dass das eingezäunte Gelände mit Solarpanelen bedeckt ist. Sie gehören zu dem 9-Megawatt-Solarpark Neuheilenbach. Er produziert Strom für den Jahresverbrauch von 2500 Haushalten. Als er 2014 von einer Tochtergesellschaft der Frankfurter Energieholding GmbH errichtet wurde, erklärte Landrat Dr. Joachim Streit, die Anlage sei auf der ehemaligen Nato-Raketenstation errichtet worden. Sie sei ein Paradebeispiel für die sinnvolle Nutzung ehemals militärisch genutzter  Flächen.
An diese frühere Nutzung erinnern nur noch das strikte Zutrittsverbot und der Rest eines am Zaun hängenden Schildes. Nach Angaben des Trägerkreises „Atomwaffen abschaffen “ waren im Rahmen der großräumigen Luftverteidigung Europas während der Zeit des Kalten Krieges die US-Streitkräfte mit einem quer durch Deutschland  verlaufenden Flugabwehrgürtel präsent. Das 4th Missile Battaillon der 6thUS-Arty-Group verfügte über eine atomare Feuerstellung auch in Balesfeld, wo heute das Neuheilenbacher Wetterradar steht. Dort waren bis 1970 atomare Flugabwehrraketen vom Type Nike stationiert.
Milltärisch genutzt wurden die Höhen zwischen Balesfeld und Neuheilenbach schon von den Römern. Hier marschierten Legionäre über die Römerstraße von Trier nach Köln. Heute nutzen sie Pilger, Wanderer und Radler.
Fahren Sie bitte nach der Besichtigung um den Solarpark herum nach Neuheilenbach und dann über den Forstweg zurück zu ihrem Fahrzeug beim Künstlerdorf.
Wer meint, nicht ohne Karten auszukommen, findet sie unter den Links. Darunter gibt es auch Karten vom Verlauf der  Römerstraße, von dem Raketenabwehrsystem, zu den DWD-Wetterradaren und zu einem Youtube-Film, der die militärische Vorgeschichte des Radars erläutert. Für das Anklicken dieser Links übernehmen der Autor und input-Medien keine Haftung.

Copyight für Text und Fotos: Rainer Nahrendorf

http://roemerstrassen.com/IMG/pdf/Karten.pdf
Karte 13
https://de.wikipedia.org/wiki/Nike_(Rakete)
https://www.youtube.com/watch?v=rWvUp_RQbhA
https://www.google.de/maps/dir/Wei%C3%9Fenseifen,+Hersdorf/Neidenbach,+54657/@50.1232691,6.5148749,13z/data=!3m1!4b1!4m14!4m13!1m5!1m1!1s0x47bfc0895a206e4b:0xa22d4d79d2b30e0!2m2!1d6.5499287!2d50.154042!1m5!1m1!1s0x47bfc1448a1709f9:0x422d4d510db04e0!2m2!1d6.5516735!2d50.0923453!3e1
https://www.komoot.de/highlight/541704
https://www.komoot.de/plan/tour/d08Av1A2QBj770=FviABKwjtkGA/@50.1330688,6.5557449,13z
https://de.wikipedia.org/wiki/Niederschlagsradar 

Fotogalerie und Buchtipp siehe www.input-aktuell.de