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14.11.2020

Internationales Tanzstück „Invisible Dances – Art after Lockdown” in der Nacht zum 11.11. in Prüm

Prüm (red/boß) Nach New York, London, Amsterdam, Sydney, Helsinki, Moskau, Santiago de Chile, Kapstadt und New Delhi nun auch Prüm. Man wird sich im wahrsten Sinne des Wortes

in den frühen Morgenstunden des 11.11.2020 auf dem Hahnplatz die Augen reiben. Denn mitten in der Nacht – von der Öffentlichkeit und der Presse unbemerkt - legten dort Tänzerinnen und Tänzer in Übereinstimmung mit den Richtlinien des Pandemie-Schutzes „bunte Spuren“, die der Tanz hinterlassen hat und die die Menschen überraschen und erfreuen sollen.
„Dieses neue Stück verbindet Tanz und bildende Kunst auf eine poetische, spielerische und für viele Menschen in häuslicher Isolierung und Lockdown hoffentlich inspirierende Weise, indem es sie einlädt zu träumen, zu sinnen und nachzutanzen“, so die Entwicklerin Elisabeth Schilling.
Ziel dieser Arbeit ist es auch, Kultur wieder zum Publikum zurückzubringen, das im realen Leben lange auf sie verzichten musste.  Dieses Projekt „Invisible Dances“ findet zwischen September und Dezember 2020 in vielen Städten auf der ganzen Welt statt und wird in Zusammenarbeit mit lokalen Künstlerinnen und Künstlern organisiert und aufgeführt. In Zeiten teilweise geschlossener Grenzen, Reisewarnungen und dem Rückzug in die digitale Welt werden durch sichtbar-unsichtbare Kunst neue Verbindungen auf zwischenmenschlicher, lokaler und internationaler Ebene geschaffen.
Heinz-Günter Boßmann
Link zu Video über das Tanzprojekt auf dem Hahnplatz in Prüm:
https://www.elisabethschilling.com/tournee/pruem/

Begleitendes Gedicht -
Von Roísín O’Brien:

Während Sie schliefen, während Sie woanders waren, während alles stiller war, kamen die Tänzer*innen.
Die Füchse haben sie gesehen. Und wer schlecht schlief, hat vielleicht eine gewisse Unruhe gespürt. Im orangefarbenen Licht der Straßenlaternen, vereinzelt durchbrochen vom Blaulicht der Krankenwagen, kamen sie langsam zusammen.
Über die Distanz schauten sie einander an. Es ging los. Die Gelenke neu abgestimmt, ganz sanft, reckten sich kalte Arme nach oben. Kleine Gebirgsketten entstanden aus Kies und Plastik, von flitzenden Füßen zusammengeschoben.
Während sie sich bewegten, ergossen sich bunte Linien über den Boden hinter ihnen. Diese Zeichnungen sind die Erinnerungen an einen Tanz, der ihnen nie gehörte – denn es ist Ihrer. Sie sehen nun die Spuren, können ihnen folgen und mittanzen, auf Ihrem ganz eigenen Weg.
Hätte Ihnen jemand zu Beginn des Jahres gesagt, dass alles anhalten würde, dass wir kaum mehr unsere Häuser verlassen würden, dass wir unsere Familien nicht mehr sehen könnten – hätten Sie es geglaubt?
Können Sie sich vorstellen, dass diese Tänzer*innen in einer anderen Welt hinter einem roten Vorhang hervorgekommen wären?
In dieser Welt kamen sie in der Nacht, ungesehen.

Konzept / Rechte: Elisabeth Schilling
Management: David Lawson
Texte: Roísín O'Brien
Design: Annick Kieffer / Studio Polenta


 

Foto Hilde Boßmann: Am späten Dienstagabend waren auf dem Hahnplatz noch keine Tänzerinnen und Tänzer oder Kunstwerke zu sehen
Fotos Heinz-Günter Boßmann: Im wahrsten Sinne des Wortes "unsichtbare Tänze und Kunst" diese Nacht - am frühen Morgen waren die Spuren vor der Basilika zu sehen
Spuren auf Stein
Wir stellen uns vor