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Prüm eifelstark
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07.05.2020

Aktualisiert: Ursprünglicher Standort des Pestkreuzes auf dem Münsterberg gefunden

Gondenbrett/Prüm (boß) Fährt man von Prüm über die B265 Richtung Halbe Meile (auch eine interessante Wegbezeichnung), streift man in Höhe von Walcherath im wahrsten Sinne des Wortes

den linksseitig gelegenen Münsterberg (592 m). Hier stand bis in die 80er Jahre – wie die Heimatforscherin Monika Rolef schrieb - ein stattliches Pestkreuz aus dem 16. Jahrhundert (PRÜM AKTUELL berichtete).

Mittlerweile befindet es sich mitsamt seinem Sockel auf dem Friedhof in Gondenbrett. Aber wo ist der alte Unterbau geblieben und wo genau stand das Gedenkkreuz früher? – so die spannende Frage. Viele Detektive – unter ihnen auch PRÜM AKTUELL-Redakteure – machten sich auf die Suche. Vergebens.

„Dank Erich Schmitz aus Prüm – einem gebürtigen Gondenbretter Bürger aus dem Ortsteil Obermehlen – konnte nun heute in detektivischer Kleinarbeit der ursprüngliche Standort des Pestkreuzes gefunden werden“, schreiben Maria und Klaus-Robert Braus aus Gondenbrett. Erich Schmitz hatte – nicht erst nach dem Aufruf bei PRÜM AKTUELL – das Gebiet um den Münsterberg unter Zuhilfenahme alten Kartenmaterials aus der Sammlung „Kulturgüter aus der Region Trier“ durchforstet, um Überreste des Sockels am ursprünglichen Standort des Pestkreuzes zu finden. „Diese Überreste wurden nun freigelegt und man staunte nicht schlecht, als man tatsächlich zwei Sandsteinblöcke aufspürte“, so Maria und Klaus Braus. "Weitere Recherchen bei Zeitzeugen haben ergeben", so Klaus Braus, "dass der alte Sockel ebenfalls auf den Friedhof überführt und das Kreuz wieder hierin eingefügt wurde. Nur der Untersockel - das Fundament - ist neu. Die Fundstücke vom Münsterberg sind also die alten Sandsteinfundamente, auf denen der Sockel ruhte."

Im Rahmen der umfangreichen Suche der letzten Tage waren sogar Luftaufnahmen vom Münsterberg aus der Sammlung von Klaus Enders bemüht worden. Aber die Steine hatten sich in den letzten Jahrzehnten so gut versteckt, dass sie aus der Luft nicht sichtbar waren.

Dazu die Prümer Heimatforscherin Monika Rolef, die sich in dieser Sache auch stark engagiert hatte: "Ich freue mich natürlich sehr, dass der große Stein gefunden wurde. Jetzt sollten die rührigen Gondenbretter dran bleiben.
Dran bleiben heißt, Anträge stellen, damit die geschichtlich, historischen Fundstücke unter Denkmalschutz gestellt und mit Info- Tafeln versehen werden.
Auch am Kreuz sollte ein Hinweis sichtbar sein, was es bedeutet und auch ein Kreuz mit Tafel am Stein wäre angebracht.
Übrigens: " Die Halbe Meile" hat den Namen von der Hälfte des Weges von Prüm nach Walcherath, 2,6 km, und von dort nach Olzheim."

Nun machen sich alle Beteiligten darüber Gedanken, an der Stelle ein neues Kreuz mit Erinnerungstafel aufzustellen, denn das alte soll auf dem Friedhof in Gondenbrett verbleiben. Die Vorbereitungen sind bereits angelaufen. Sponsoren sind willkommen.

Heinz-Günter Boßmann

Fotos Braus: Meisterdetektiv Erich Schmitz präsentiert den Fund
Archivfotos Monika Rolef: Das Kreuz auf dem Gondenbretter Friedhof 1984
Der Sockel auf dem Münsterberg im Jahr 1984
Foto Hilde Boßmann: Das Pestkreuz auf dem Friedhof Gondenbrett am 4.5.2020