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18.04.2019

Auf den Spuren jüdischen Lebens im Prümtal

Waxweiler (red/boß) René Richtscheid sprach auf Einladung der Katholischen Erwachsenenbildung vor rund 20 Zuhörern im Dechant-Faber-Haus über „Jüdisches Leben zwischen Trier und Luxemburg“.

Der Geschäftsführer des Wittlicher Emil-Frank-Instituts beschrieb zunächst den Weg der Juden vom Heiligen Land bis in die Eifel-Mosel-Region.
Im Besonderen erörterte Richtscheid in seinem Vortrag die von ihm recherchierten Spuren jüdischen Lebens in Waxweiler und Umgebung. Da dort in früheren Zeiten ein großes Marktleben geherrscht habe, sei anzunehmen, dass Juden oft in dem Prümtalort zu Gast waren.
Dies untermauert auch die Ortschronik von 1982. Verfasser Edmund Endres beschreibt darin die Existenz eines Judenpfades, welchen die früher zahlreichen Handelsleute, die häufig Juden waren, als Abkürzung genutzt hätten, wenn sie die auf der Lauperather Höhe liegenden Dörfer besuchten.
Der Weg sei jedoch seit 1945 verwildert. Anhand einer über 100 Jahre alten Postkarte zeigten Michael Fischer und Manfred Trapp den interessierten Zuhörern den etwaigen Verlauf des Judenpfades vor dem Zweiten Weltkrieg und in den 1960er/1970er Jahren.
Nachweislich konnte René Richtscheid nur einen für kurze Zeit in Waxweiler selbst niedergelassenen Verkäufer mit Familie ausfindig machen, der bereits 1936 nach Trier in die Neustraße verzogen und von dort über das luxemburgische Manternach nach Argentinien und später nach Israel ausgewandert sei.
Eine jüdische Gemeinde habe es in Waxweiler nie gegeben.
 
Michael Fischer