MENÜ
Prüm eifelstark
Einkaufsführer A-Z
28.05.2020

Zur Geschichte der Schlachthöfe und Fleischhauerbetriebe in Prüm

Fotoarchiv Margret Thies: Mitarbeiter des Schlachtbetriebes Johann Spanier (l.) Jakob, der Sohn von Metzgermeister Johann Spanier (M) aus den Anfängen im Kreuzerweg. im Hintergrundf das erste Schlachthaus, ehe das heutige Gebäude errichtet wurde

Fotoarchiv Margret Thies: Mitarbeiter des Schlachtbetriebes Johann Spanier (l.) Jakob, der Sohn von Metzgermeister Johann Spanier (M) aus den Anfängen im Kreuzerweg. im Hintergrundf das erste Schlachthaus, ehe das heutige Gebäude errichtet wurde

Prüm (mr/boß) Ein traditionsreiches Gewerbe waren in Prüm unter anderem die Metzger- und Fleischhauerbetriebe (siehe untenstehender Bericht "Tante-Emma-Läden). Einen Betrieb hatte die Familie Spanier

– mit Hausname genannt" Steffs" - abgeleitet wahrscheinlich von dem Vornamen des Gründers des Fleischhauer- und Metzgerbetriebes Stefan Spanier, in der Spiegelstraße.

Der Familienname Spanier taucht in der Prümer Einwohnerliste vom 17. bis 19. Jahrhundert erstmalig im Jahre 1705 mit Hilgerus Spanier, dessen Frau Marie-Elizabeth geb. Reineri und der Tochter Christine auf.

Da es nur wenige Fleischhauer gab, vereinigten sie sich die Metzger mit den Schlachtern im Jahre 1750 zur Metzger-Vereinigung.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts hatte jeder Metzger für sich im eigenen Betrieb geschlachtet. Dann gestattete die Stadt, gegen Miete im Hof des Zeughauses das Vieh zu schlachten. Hier wurden die Tiere gewogen und die Wiegekosten an die Stadt bezahlt. Das Schlachten musste vorher bei der Polizei angemeldet werden.
Vor 1900 beschloss die Stadt den Bau eines ausschließlichen neuen Schlachthauses im Kreuzerweg. Bauunternehmer Kreckeler sollte es bis zum l.9.1894 fertigstellen. Schlachthausinspektor sollte der jeweilige Tierarzt werden, für den eine Wohnung im Schlachthaus bereitgestellt wurde.

Metzger Jakob Arimond hatte inzwischen bereits ein eigenes Schlachthaus, das die Stadt beabsichtigte zu übernehmen, was dann auch geschah.
Quelle: Prüm und das Prümer Land 1700 -1945 von Franz-Josef Faas - mitgeteilt von Monika Rolef

Das Eckhaus Spanier (unten rechts) hieß immer "Mouhnessen Hous".
Die Karfreitags-Prozession - von Pümer Bürgern dargestellt, später aber aufgehoben - erstreckte sich von der Abtei an der Burg vorbei, über die untere Hahnstraße auf die Kreuzung Ritz,- Teich,- und Spiegelstraße. Am Hause Spanier war die Stelle, wo Simon von Cyrene aus der Seitenstraße kam, um wie aufgefordert, Christus das Kreuz tragen zu helfen.
Dieses Haus bekam im Volksmund den Namen "Mouhnessen Haus" (Simon Haus)
- später Metzgerei Spanier. In dem ersten Haus hinter dem Stall - Haus Regnery- Hillesheim - kam die hl. Veronika mit dem Schweißtuch und so bekam das Haus den Namen "Vrinches" Veronika Haus. Auch in Prüm haben viel Häuser ihren eigenen Namen behalten.

Monika Rolef


Archiv Monika Rolef: Das Haus Spanier hatte im Laufe der Jahre mehrere Besitzerwechsel und ist heute eine Gastwirtschaft mit Wohnungen.