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Prüm eifelstark
Einkaufsführer A-Z
01.10.2018

Der Wechsel von der Gendarmerie zur Polizei ging 1970 lautlos über die Bühne - Die ehemaligen Amtsverwaltungen sind fast schon vergessen

Prüm (boß) Wenn man in den 60er Jahren die Telefonnummer 06554-310 gewählt hat, landete man bei der Gendarmeriestation Waxweiler, die seinerzeit in der Gass mit drei Beamten besetzt war.

Bis zum Jahr 1970 war der Kreis Prüm flächendeckend mit sogenannten Gendarmeriestationen und -posten ausgestattet. Der Gendarm war vom Fachwissen, den Aufgabengebieten und den Einsatzmöglichkeiten am breitesten bei der Polizei aufgestellt, da er in seinem zugewiesenen Dienstbezirk außer Kapitalverbrechen alles bearbeitete. Der Begriff "Gendarm" stammt wohl noch aus der französischen Besatzungszone und war an den orangen Streifen an der Hose, unter den Schulterklappen und an den Mützen zu erkennen.
In der großen Verwaltungs- und Strukturreform von 1970 - Kreise, Amtsverwaltungen und Zwergschulen - wurden auch die Gendarmeriestationen Prüm, Birresborn, Schönecken, Waxweiler, Arzfeld, Bleialf und Stadtkyll aufgelöst und zum großen Gendarmeriekommando Prüm im Fuhrweg zusammengelegt. Als letztes Relikt aus alten Zeiten war auch der sogenannte 1-Mann Landposten Leidenborn dabei. Insider behaupteten seinerzeit, dass der damalige Landtagsabgeordnete Johann Wirz aus dem benachbarten Herzfeld diesen mit Nikla Valentin zu seinem persönlichen Schutz bis zuletzt erhalten konnte.
Die anderen Posten beispielsweise in Daleiden, Pronsfeld oder Büdesheim waren schon längere Zeit aufgelöst und den größeren Stationen zugeordnet worden.
Heute ist die große Polizeiinspektion Prüm mit 45 Bediensteten in der Tiergartenstraße zentral für die Verbandsgemeinden Prüm, Arzfeld und Obere Kyll sowie die A60 belgische Grenze bis AS Waxweiler zuständig. Eine geplante Autobahnpolizei - genannt PAST - wurde nie auf dem Parkplatz neben der Autobahnmeisterei auf Schlosshecker Höhe verwirklicht.

Auch die früheren kleinen Amtsverwaltungen (Prüm, Schönecken, Waxweiler, Daleiden, Stadtkyll, Bleialf, Birresborn) aus den 50er und 60er Jahren sind mittlerweile in Vergessenheit geraten und wurden zentral durch die Verbandsgemeindeverwaltungen Prüm, Arzfeld und Jünkerath (bald Geschichte) ersetzt.

Fotogalerie - zusammengestellt von Heinz-Günter Boßmann


Fotoarchiv Ansgar Corres: Gendarmerie-Station Prüm in der Oberbergstraße aus den 60er Jahren


Fotos Hilde Boßmann: Der top-renovierte, ehemalige Gendarmerie-Landposten in Leidenborn

   
Haupteingang mit nostalgischem Gendarmerie-Schild



Der Seiteneingang führte in die Gewahrsamszelle, die vorrangig für Schmuggler vorgesehen war.


Archiv Dogan: Hinteransicht Altes Amt Schönecken - ehemalige Gendarmerie-Station Schönecken im Untergeschoss


Foto Heinz-Günter Boßmann: Die ehemalige Stadtverwaltung Prüm mit Bürgermeisterwohnung (Karl-Heinz Theisen) bis zum Jahr 1970 - heute Haus des Gastes, TI und Sitz der Stadtbürgermeisterin


Foto Hilde Boßmann: Hier in der Reginostraße war bis zur Verwaltungsreform 1970 die Amtsverwaltung Prüm-Land mit Bürgermeisterwohnung (Vinzenz Hansen) untergebracht - heute Wohn- und Bürohaus der Familie Hack


Foto Heinz-Günter Boßmann: Ehemalige Amtsverwaltung Niederprüm-Pronsfeld mit Bürgermeister Martin Schmitz in der Spitalstraße - früher Stiftshaus


Archiv INPUT-Medien: Ehemaliges Amt Stadtkyll (BM Friedrich) - heute Zahnarztpraxis


Archiv INPUT-Medien: Ehemalige Amtsverwaltung Waxweiler (BM Alex Junk) mit Bürgermeisterwohnhaus (r.) - heute Raiffeisenbank Westeifel


Archiv INPUT-Medien: Altes Amt Schönecken (BM Fritz Schröder) - heute Außenstelle VG Prüm und Kulturzentrum


Archiv INPUT-Medien: Ehemalige Amtsverwaltung Daleiden-Leidenborn (BM Karl Saltin)  in Leidenborn aus dem Jahr 1906 wurde 1970 aufgelöst und mit Daleiden und Waxweiler zur Verbandsgemeindeverwaltung Arzfeld zusammengelegt.

Verbandsgemeindeverwaltung Prüm (BM Aloysius Söhngen)
Verbandsgemeindeverwaltung Arzfeld (BM Andreas Kruppert)
Verbandsgemeindeverwaltung Obere Kyll (BM Diane Schmitz - zurückgetreten)