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Prüm eifelstark
Einkaufsführer A-Z
03.08.2020

Ein Dutzend Coronainfektionen auf einer Großbaustelle in der Stadt Prüm

Foto Heinz-Günter Boßmann: Am 27. Juli war die Welt noch in Ordnung

Foto Heinz-Günter Boßmann: Am 27. Juli war die Welt noch in Ordnung

Prüm (boß) Nach einem kürzlich stattgefundenen Corona-Ausbruch in einem Imbiss-Restaurant mit 13 Infizierten hat die Stadt Prüm nun einen weiteren Höhepunkt erreicht.

Von insgesamt 16 rumänischen Arbeitern des im Bau befindlichen Alten- und Pflegeheims auf dem Parkdeck des Teichplatzes wurden 12 Beschäftigte positiv auf COVID-19 getestet.
Zum Ablauf: Nachdem ein Mitarbeiter aufgrund von Symptomen vergangene Woche einen Hausarzt aufgesucht hatte, wurde eine Testung auf COVID-19 durchgeführt. Nach Bekanntwerden des positiven Testergebnisses setzte sich das kooperativ agierende Bauunternehmen umgehend mit dem Gesundheitsamt Bitburg-Prüm in Verbindung. Dieses suchte noch am selben Tag die Baustelle auf, um weitere Maßnahmen einzuleiten.

Alle weiteren 15 Mitarbeiter wurden getestet und mussten sich sofort in den Wohncontainern im Baustellenbereich in Quarantäne begeben. „Alle Testergebnisse liegen inzwischen vor“, so Pressesprecher Thomas Konder von der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm. „Es ist davon auszugehen, dass sich die Personen untereinander aufgrund der engen Kontakte in ihrer Freizeit infiziert haben. Außerhalb der Gruppe fanden nach den bisherigen Erkenntnissen keine relevanten Kontakte im kritischen Zeitraum statt.“

Die Kräne stehen zurzeit still und der Baustellenbetrieb ruht bis auf weiteres. Schon einmal mussten die Bauarbeiten wegen statischer Probleme unterbrochen werden, sodass sich die beim ersten Spatenstich prognostizierte Fertigstellung wohl weiter verzögern wird.

Die Kontaktermittlungen des Gesundheitsamtes konzentrieren sich nun darauf, die ursprüngliche Infektionsquelle festzustellen. Das Gesundheitsamt weist darauf hin, dass der Arbeitgeber sehr gut mit den Behörden zusammenarbeitet, die Hygienevorgaben beachtet und demnach nach Ablauf der Quarantänezeit keine weitere Ausdehnung der Infektionen zu erwarten ist.
Nach dem augenblicklichen Erkenntnisstand war wohl keiner der Arbeiter in letzter Zeit auf Urlaub im Heimatland.

Für den gerade aus dem Urlaub zurückgekehrten Stadtbürgermeister Johannes Reuschen war die Information über den Infektionsausbruch auf Prüms größter Baustelle eine schlechte Nachricht. Reuschen gegenüber unserer Zeitung: „Wir haben über eine Ersatzlösung bezüglich der Unterkunft nachgedacht und unseren Einkaufsservices durch das Haus der Jugend angeboten. Die Arbeiter fühlen sich allerdings in ihren Wohncontainern so gut aufgehoben, dass wir es letztendlich dabei belassen haben.“

Heinz-Günter Boßmann