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09.05.2020

Archivbericht 30.04.2020: Das Gastgewerbe hofft auf die baldige Öffnung seiner Betriebe

Archiv INPUT-Medien:Wann ist es wieder so weit

Archiv INPUT-Medien:Wann ist es wieder so weit

Prüm (boß) Bei den Maiwanderungen und den kommenden Feiertagen ist normalerweise eine Pause mit Eis auf der Terrasse, ein Capuccino im Straßencafé

oder ein zünftiges Essen im Biergarten geradezu Pflicht. Erst wenn man auf etwas verzichten muss, merkt man, wie wichtig es für einen ist.
Wegen Corona bleiben diesmal die Stühle, Betten und Koffer leer, die Tische ungedeckt und die Lokale geschlossen. Wie lange noch, ist hier die spannende Frage? Denn die Gastronomie und die Hotels sind in Not, und viele stehen auch schon vor dem Aus, da man nun bereits in die achte Woche geht und ohne jegliche Perspektive ist.

„Wir brauchen ein klares Signal“, so Julia Peter vom Restaurant Kölner Hof, „dass eine Öffnung so schnell wie möglich angestrebt wird. Natürlich ganz klar, immer unter der Maßgabe, was gesundheitlich vertretbar ist. Mein Vorschlag: Mit einem Hygieneplan könnte doch festgelegt werden, welche Sicherheitsstandards erfüllt werden müssen. Die Anzahl möglicher Gäste, gemessen an den räumlichen Gegebenheiten – zum Beispiel kämen auf 60 Plätze 30 Gäste. Auf der Terrasse könnten die Tische reduziert bzw. weiter auseinander gestellt werden. Die Prümer Gastronomen haben die Stadtverwaltung gebeten, die Pachten bzw. Mieten für das Jahr 2020 auszusetzen, denn das wäre ein Zeichen. Wenn der jetzige Zustand noch lange anhält, werden einige Betriebe das nicht überleben.“

Ins gleiche Horn bläst auch ihre Kollegin, die Vorsitzende des Gewerbevereins, Daniele Haas vom Hotel Zum Goldenen Stern und Café Opulenzia: „Der Gastronomie sind von jetzt auf gleich die Einnahmen weggebrochen. Problematisch auch gerade in unseren besten Monaten! Diese Verluste sind nicht mehr aufzufangen! Es kommt jetzt einfach darauf an, wie lange der Lockdown dauert und wie lange man ohne Einnahmen überleben kann.“

Im Endeffekt geben die medizinischen Experten die Richtung vor und die Politiker in Bund, Land und Kommunen stehen vor der schwierigen Aufgabe, das alles in Verordnungen und Empfehlungen zu kleiden.

Daher fordert auch Julia Peter von der Politik: „Gebt uns einen Zeitplan, wann unsere Betriebe wieder wenigsten schrittweise öffnen dürfen. Die Soforthilfen, die übrigens versteuert werden, sind ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 7 % ab Juli für ein Jahr betrifft leider nur die Abgabe von Speisen und die „normale Getränke-Gastronomie“ hat nichts davon.“

Wie gesagt, wie wichtig die Gastronomie für uns alle ist, spürt man erst am eigenen Leibe, wenn die sozialen Kontakte fehlen oder man sich nicht mehr zum gemütlichen Beisammensein auf den Terrassen oder in den Lokalen treffen kann. Selbst der Einkauf macht nicht mehr so viel Spaß, wenn er nicht mit Essen und Trinken kombiniert werden kann.

Dennoch schaut Daniele Haas optimistisch in die Zukunft: „Ich glaube, in unserem schönen Städtchen Prüm werden alle diese Zeit überstehen. Einer besser, einer schlechter. Aber jeder mit der Hoffnung, dass die Gäste – wenn wir wieder öffnen dürfen -  zahlreich den Rest des Jahres für den nötigen Umsatz sorgen werden. Denn unter anderem haben wir in dieser Krise auch die tolle Solidarität untereinander zu spüren bekommen.“

Und Julia Peter bedankt sich an dieser Stelle bei all den Gästen und Freunden für die Unterstützung durch den Kauf von Gutscheinen und die Bestellungen über die Lieferservices.
Nun heißt es Daumen drücken, dass die Fallzahlen bei der guten Disziplin der Bürger weiter spürbar zurückgehen werden und der gewohnte Alltag wieder so nach und nach einkehren wird.

Die Unsicherheit in Gastronomie und Tourismus bleibt. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) forderte diesbezüglich von der Bundesregierung einen Stufenplan zur Eröffnung der Betriebe. Ihr Ziel sei es, dass kommende Woche bei der nächsten "MP-Schaltung" mit Bundeskanzlerin Angela Merkel darüber beraten werde.

Heinz-Günter Boßmann