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02.07.2019

Internationales Bildhauersymposium Welchenhausen vom 13. Juli bis 11. August

Welchenhausen (red/boß) Im Sommer 2019 werden neun Bildhauer und Bildhauerinnen aus Belgien, Luxemburg und Deutschland für vier Wochen beim Museumsverein wArtehalle Welchenhausen (OG Lützkampen/VG Arzfeld)

zu Gast sein und beiderseits der Grenzbrücke nach Belgien in einem „Freiluftatelier“ ihre Skulpturen erarbeiten. Diese werden dann entlang eines Wanderwegs aufgestellt, der das belgische Stoubach über Welchenhausen mit dem Dreiländereck in Ouren und schließlich Luxemburg verbindet – der „Skulpturenweg am Dreiländereck“.

Die Initiatoren gehen also mit dem Konzept der offenen wArtehalle Welchenhausen, zeitgenössische Kunst schranken- und schwellenfrei tatsächlich jedermann zu präsentieren, nochmal einen Schritt weiter: Den KünstlerInnen vor Ort kann – soll – bei der Arbeit zugeschaut, mit ihnen über ihre Ideen, Intentionen, ihre Technik diskutiert werden, statt lediglich das fertige Produkt zu betrachten. Schlussendlich wird sicherlich eines erreicht: Das Ourtal am Dreiländereck wird attraktiver, dem Bevölkerungsrückgang und dem rückläufigen Tourismus durch ein neues „Highlight“ im Ourtal entgegengewirkt. Darüber hinaus wird erneut gezeigt, dass am Dreiländereck nicht über Europa diskutiert und gestritten, sondern Europa gelebt wird.

In einer ersten Jury wurden aus mehreren Dutzend Bewerbungen 14 KünstlerInnen ausgewählt, die gebeten wurden, einen konkreten Entwurf einzureichen. Nach einer zweiten Jurysitzung im Januar stehen nun die BildhauerInnen fest, die vom 13. Juli bis zum 11. August 2019 in dem 25-Seelen Dorf zu Gast sein werden.
 
Werner Bitzigeio aus Winterspelt stellte seine Arbeiten aus Stahl bereits 2016 in der wArtehalle Welchenhausen vor. Sein Entwurf einer interaktiven begehbaren Skulptur sieht einen 5 Meter hohen begehbaren Kubus aus Stahlmatten vor: „Wahrnehmung der Grenzen – Grenzen der Wahrnehmung – Grenzüberschreitung“.
Sandrine Brasseur aus Lüttich (B) möchte aus einem Sandsteinblock das Negativ eines Baums herausarbeiten, in das wiederum ein Baum gepflanzt werden soll.
Der Entwurf „The Bridge“ des ebenfalls aus Belgien kommenden Patrick Crombé: eine schwungvolle liegende Plastik, entlang des Wanderwegs, auch als Sitzgelegenheit nutzbar.
Eine weitere Ruhemöglichkeit: Das sensible Faltenwurf-Relief auf dem Sandsteinblock „Stein und Teppich“ der in Berlin lebenden Luxemburgerin Alison Darby.
Auf einem Podest ruhend fixiert der asymmetrische Ring aus schwarzem Eifeler Basalt des Bayern Herbert Lankl den Blick auf Sehenswürdigkeiten entlang des Skulpturenwegs.
Christoph Mancke aus Lünebach in der Eifel, künstlerischer Leiter des Symposiums und damit gesetzter (neunter) Teilnehmer, schneidet aus Sandsteinblöcken die stilisierte Silhouette eines schreitenden Menschen. Die stählerne Wiederholung der Figur möchte er als „Brückenschlag“, so der Titel der Arbeit, über die Grenze auf der anderen Seite der Our platzieren.
Ein Zeichen in der Landschaft: Der fünf Meter hohe „Wegweiser“ des Luxemburgers Bertrand Ney.
Drei verschiedenfarbige Sandsteinblöcke vereint die in Italien lebende Berlinerin Susanne Paucker am Dreiländereck zu einem Kopf, dem „Dreiländereck-David“.
Sich umschlingende Sandsteine – die Skulptur „UPANDDOWN-DU-2-19“ des Pfälzers Martin Schöneich.

Die Entwürfe sind lediglich Skizzen. Ein Bildhauersymposium, ein dynamischer Prozess, der von der Interaktion der Künstler, aber auch von der Rückmeldung des Publikums lebt, kann noch vieles verändern.