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12.11.2020

Bauern fordern bessere Preise für ihre Produkte von den Vermarktern

Prüm/Pronsfeld/Gerolstein (kf/boß) „Schluss mit lustig – uns geht die Luft aus“ ist das Motto, unter dem Landwirte in ganz Deutschland den Molkereien und Schlachtereien ihre konkreten Preisforderungen übergeben.

Am Mittwoch, 11.11.2020 legten ca. 30 Landwirte der Großmolkerei Arla in Pronsfeld ihr Forderungspapier vor. Gleichzeitig erfolgte die Übergabe durch eine weitere Gruppe Bauern an die Schlachterei Müller in Gerolstein-Müllenborn und dem EU-Schlacht- und Zerlegebetrieb Fuchs in Prüm.

Die Bauern fordern Erhöhungen
für den Liter Milch von 15 Cent,
für das kg Rindfleisch von mindestens 1 Euro,
für das kg Schweinefleisch von 50 Cent und
und für das kg Geflügel von mindestens 20 Cent.

Der Sprecher des Bundesverbandes deutscher Milchviehalter (BdM), Claus Cremer, betonte bei der Übergabe des Forderungspapiers an den Werksleiter der Arla, Jürgen Wolf, dass die aktuellen Preise angesichts der deutlich steigenden Kosten und niedriger Erlöse für die Bauern ruinös seien. „Die derzeitige Situation ist existenzbedrohend. Rund ein Drittel der Kosten sind ungedeckt“, erklärte Cremer. Der Leiter der Pronsfelder Molkerei Arla äußerte Verständnis für die Bauern und versprach, unverzüglich in einen Dialog mit den Landwirten zu treten. Am 19. 11. wollen die Bauern wieder bei der Arla vorsprechen und sich eine schriftliche Antwort auf ihre Forderungen abholen. Wolf versprach, dass bis zu diesem Tag eine Antwort vorgelegt werde.

Unter dem gleichen Tenor erfolgte die Übergabe des Forderungspapiers durch Rainer Hoffmann an den Besitzer des Prümer Schlachthofs Klaus-Dieter Fuchs. Hoffmann erklärte: „Wir haben direkte Marktpartner, die sich als unsere Partner bezeichnen und wir nehmen diese jetzt beim Wort! Wir wünschen uns, dass unsere Verarbeiter den Ernst der Lage wirklich wahrnehmen und erwarten ihre Bereitschaft, alles dafür zu tun, dass die dringend benötigten Mehrerlöse auch erwirtschaftet werden können“.
Auch Klaus-Dieter Fuchs zeigte sich verständnisvoll für die Forderungen. „Wir tun unser Bestes, um in der Region eine gute Vermarktung zu gewährleisten“, erklärte der Firmeninhaber, „Solange der Schlachthof Fuchs in der Region ist, wird das auch so bleiben!“
Fuchs weiter: „Als Schlachthof können wir auch nicht mehr zahlen, als wir hier erwirtschaften können. Immer schärfere Vorschriften und Gesetze, bzw. behördliche Auflagen verschärfen die Wettbewerbsbedingungen und fressen die Handelsmargen zum großen Teil auf!“.
Auch er versprach für den 19.11.2020 eine schriftliche Antwort. 

Es ist allseits bekannt, dass die Situation der Bauern ständig schwieriger wird. Der Verbraucher kauft dort, wo er den günstigsten Preis zahlt, ohne Rücksicht darauf, woher das Produkt kommt oder wie es erstellt wird. Er nimmt die katastrophalen Verhältnisse der Tiere in Kauf. Die Kette der Vermarkter schöpft die Gewinne ab und der Erzeuger, also der Landwirt, bekommt nur noch den Rest vom Kuchen. Auf Dauer kann das nicht funktionieren. Die Preiskalkulation muss wie bei jedem betriebswirtschaftlich geführtem Unternehmen unten anfangen, und dann wird der Preis festgelegt, so der Tenor der Bauernvertreter.

Hintergrund:
„Schluss mit lustig“ ist eine Aktion des sogenannten "Milchdialogs" vom Bundesverband deutscher Milchviehalter (BDM), Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), LsV-Milchgruppe, European Milk Board (EMB), den Freien Bauern und der MEG Milch Board.  

Klaus Finken

Fotos Klaus Finken: Die Vertreter der Bauern übergeben ihr Forderungspapier an Klaus-Peter Fuchs