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Prüm eifelstark
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18.06.2020

Eifelkreis und Vulkaneifelkreis sprechen sich gegen mögliches Atommüllendlager im belgisch-deutschen Grenzgebiet aus

Archiv INPUT-Medien: "A.M.E.L. nein" kämpfte bereits 1994 mit einer grenzüberschreitenden Großdemo im Ommerscheider Wald gegen ein geplantes Atommüllendlager

Archiv INPUT-Medien: "A.M.E.L. nein" kämpfte bereits 1994 mit einer grenzüberschreitenden Großdemo im Ommerscheider Wald gegen ein geplantes Atommüllendlager

Bitburg-Prüm/Daun/Brüssel (red/boß) Die belgische Regierung plant die Errichtung von Endlagern für Atommüll und möchte an sieben Standorten prüfen, welche geologischen Schichten zum langfristigen Lagern

von Atommüll geeignet sind (input aktuell berichtete). Vier mögliche Standorte befinden sich in unmittelbarer Nähe zur Luxemburger Grenze; zwei weitere Standorte im deutsch-belgischen Grenzgebiet. So könnte nordwestlich von Verviers, auf dem Plateau von Herve, oder auch in Stavelot bei Malmedy, nahe dem Hohen Venn, ein unterirdisches Atommüllendlager entstehen.

Beim Standort Plateau de Herve existiert der Verdacht, dass nachteilige Auswirkungen auf die Wasserversorgung in der Eifel und somit im Eifelkreis Bitburg-Prüm entstehen könnten. Der Landrat des Eifelkreiss Bitburg-Prüm,  Dr. Joachim Streit, hat daher mit der Kommunale Netze Eifel (KNE) vereinbart, eine geologische Ersteinschätzung zum Schutz des Trinkwassers in Auftrag zu geben. Zu den Aufgaben der KNE mit Hauptsitz im Gewerbegebiet Niederprüm gehört die Sicherstellung von Trinkwassergüte und –hygiene für die Wasserversorgung im Eifelkreis Bitburg-Prüm.
Landrat Dr. Joachim Streit: „Wir haben uns als Kreistag bereits finanziell an der Klage gegen die Laufzeit von Tihange beteiligt. Jetzt befürchten wir die Auswirkungen eines Endlagers. Ich spreche mich klar gegen ein Atommüllendlager im Deutsch-Belgischen Naturpark und in anderen grenznahen Gebieten aus.“

Bereits am 22.06.2020 hat der Kreistag des Landkreises Vulkaneifel auf Antrag von Bündnis 90/Die Grünen die Resolution zur Endlagerung atomarer Abfälle in den grenznahen Gebieten auf der Tagesordnung.

Auch der Verbandsgemeindrat Prüm wird sich in der nächsten Sitzung am 30. Juni 2020 mit dem Thema befassen. Denn man befürchtet, dass der Lebensraum Eifel und die vorhandenen Lebensbedingungen grenzüberschreitend großen Schaden nehmen könnten. Der Rat soll die Resolution der fünf Eifelgemeinden der Deutschsprachigen Gemeinschaft von Burg Reuland bis Bütgenbach zu einer eventuellen Einrichtung eines Atommüllendlagers unterstützen.