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18.12.2018

Landeskrankenhausplan für Rheinland-Pfalz sieht zunächst den Abbau von nur 223 Betten vor

Mainz/Region (red/boß) Den neuen Landeskrankenhausplan für Rheinland-Pfalz hat heute Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) vorgestellt. Er gilt ab 2019 mit einem Planungshorizont bis 2025

und enthält neue Rahmenvorgaben für die rund 77 Plankrankenhäuser, verteilt auf 97 Standorte.
Ein moderater Abbau von insgesamt 223 Betten ist überwiegend dort vorgesehen, wo sich die stationären Bedarfe durch die Möglichkeiten neuer Operationstechniken reduziert haben, wie in der Chirurgie, der Gynäkologie, der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und der Urologie.
Das sind deutlich weniger, als zuvor in einem vom Land beauftragten Gutachten und vom Landesrechnungshof gefordert wurden, wo es um die 2.500 ging.
Bettenaufbau gibt es insbesondere in der Altersmedizin. Das Land errichtet weitere geriatrische Abteilungen. In der Psychiatrie geht Rheinland-Pfalz neue Wege: mit Tageskliniken für Gerontopsychiatrie oder der lebensweltbezogenen Alternativbehandlung im häuslich-sozialen Umfeld, der sogenannten stationsäquivalenten Behandlung.
Ziel des Krankenhausplans ist es, die flächendeckende Versorgung sowohl in der Stadt als auch in ländlichen Gebieten weiterhin sicherzustellen, die Qualität der Versorgung konsequent zu fördern und die Notfallversorgung im Krankenhaus zu gewährleisten. Ziel ist es, auch Altersmedizin und Geburtenhilfe vor dem Hintergrund des demografischen Wandels weiterzuentwickeln.
„Das Gesundheitswesen ist grundsätzlich geprägt von dynamischen Entwicklungen. Deshalb wird es auch in der stationären Versorgung immer wieder zu Anpassungsprozessen kommen. Die Landesregierung unterstützt die Krankenhäuser dabei“, so Bätzing-Lichtenthäler.

Im Landeskrankenhausplan sind folgende grundsätzliche neue Ansätze vorgesehen:
• Von der Detail- zur Rahmenplanung: Rheinland-Pfalz geht über zu einer Rahmenplanung, um den Krankenhäusern mehr Spielraum bei der Entwicklung des Versorgungsangebotes vor Ort zu geben. Außerhalb der Fachgebiete für psychische Erkrankungen werden feste Planbettenzahlen nur noch für bestimmte (spezielle) Leistungsbereiche festgelegt.
• Monitoring: Die Leistungsangebote und ihre möglichen Veränderungen werden mehr als bisher beobachtet und überprüft.
• Qualitätsbezogene Steuerung: Das Land definiert Qualitätsvorgaben für die Krankenhäuser, und es setzt Anreize in der Herzmedizin, Onkologie und Schlaganfallversorgung. Es fördert unter anderem die Herausbildung von Zentren und von Netzwerken. Außerdem gibt es Prozessverbesserungen vor, etwa für das Risiko- und Entlassmanagement.
• Notfallversorgung sichern: Das Land sichert die flächendeckende stationäre Notfallversorgung und baut die Intensivmedizin aus.
• Regionale Gesundheitsakteure vernetzen: Die Landesregierung will die Abstimmungsprozesse in den Regionen –  und damit auch die Rolle der für die Versorgung Verantwortlichen – stärken und fördert deshalb modellhaft Konzepte wie regionale Gesundheitskonferenzen.

Neben Qualität und Wirtschaftlichkeit ist die Erreichbarkeit ein zentrales Kriterium für die Krankenhausplanung. 97 Prozent der Menschen in Rheinland-Pfalz erreichen das nächste Krankenhaus der Grundversorgung in weniger als einer halben Stunde mit dem Auto. Krankenhäuser der Schwerpunkt- oder Maximalversorgung, die hochspezialisiert sind, beispielsweise in der Neurologie oder der Onkologie, sind mit wenigen Ausnahmen in 40 bis 60 Minuten erreichbar. Der neue Landeskrankenhausplan stellt sicher, dass das auch in Zukunft so bleibt.
„Die Zukunft gehört dem vernetzten Miteinander. Davon profitieren Patientinnen und Patienten, die auf eine schnelle und bestmögliche Versorgung vertrauen können. Und davon profitieren die Krankenhausstandorte, die auf diese Weise ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erhalten können“, sagte Gesundheitsministerin Bätzing-Lichtenthäler. Eine Maßnahme ist der weitere Ausbau von Gesundheitszentren als Anlaufstelle für die medizinische Versorgung von Menschen in einer Region. Solche Zentren können eine Lösung für kleine ländliche Krankenhäuser sein, die einen wichtigen Beitrag zur Grundversorgung leisten, aber als Krankenhaus nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden können.
Eine weitere Möglichkeit, ländliche Standorte bedarfsgerecht zu erhalten, ist der Ausbau kleinerer Häuser zu Fachkrankenhäusern. „Dort, wo ganze Standorte in Frage geraten, weil eine Anpassung in gegebener Struktur nicht realisierbar ist, brauchen wir kluge Konzepte für eine flächendeckende Versorgung. Wir müssen alle Akteure vor Ort einbinden, zum Beispiel in regionalen Gesundheitskonferenzen. Wir sehen hierin eine Chance, die vorhandenen vertragsärztlichen und stationär-klinischen Ressourcen und Kompetenzen zu bündeln. Das sichert die medizinische Versorgung“, so Gesundheitsministerin Bätzing-Lichtenthäler.

Auf einen Blick: Die Hauptziele des Landeskrankenhausplans
• Aufrechterhaltung der flächendeckenden Versorgung
• Ländliche Standorte bedarfsgerecht erhalten
• Erreichbarkeit garantieren
• Flächendeckende Notfallversorgung erhalten
• Angebote zur Behandlung psychisch erkrankter Menschen moderat ausbauen
• Qualität weiterentwickeln
• Die medizinische Versorgung der aktuellen und demografischen Entwicklung flexibel anpassen

Presse Gesundheitsministerium

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