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11.06.2018

Hochwasserschutzkonzepte werden immer wichtiger angesichts der Häufung von extremen Wetterlagen

Kyllburg/Ehlenz/Biersdorf am See/ Ließem (red/boß) „Rheinland-Pfalz ist weiterhin stark betroffen von heftigen Unwettern, die in einigen Orten zu schweren Überschwemmungen geführt haben.

Viele Häuser und Wohnungen sind durch die Wasser- und Schlammmassen stark beschädigt worden", so die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken bei einer Ortsbesichtigung. Sie besuchte heute mit den Bürgermeistern, Ingenieurbüros und der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord neben Biersdorf am See die betroffenen Orte Kyllburg, Ehlenz, Biersdorf am See und Ließem. In der Region Südeifel waren viele Ortschaften in der Nacht zu Montag wieder vom Unwetter überrascht worden, zahlreiche Gebäude standen unter Wasser.
„Die vergangenen Tage und Wochen zeigen, dass der Klimawandel vor unsere Haustür angekommen ist. Vorsorge wird immer wichtiger, denn Hochwasser in dieser Form können uns alle treffen. Wir helfen den Kommunen daher bei der Aufstellung und Finanzierung von Hochwasserschutzkonzepten. 300 Kommunen haben dies bereits in Anspruch genommen“, so Höfken. Ein Hochwasserschutzkonzept dient dazu, Schäden durch enorme Wassermengen, die bei einem Unwetter wie Sturzbäche durch die Ortschaften fließen, zu verringern. Hierfür arbeiten die Kommunen mit Ingenieuren zusammen. „Wir stellen Daten zur Verfügung, mit denen sich ermitteln lässt, welche Wege sich das Wasser im Extremfall bahnt. Außerdem gibt es Ortsbegehungen, um zu sehen, welche Hindernisse das Wasser in diesem Fall zu überwinden hätte und was die Wasser- und Schlammmassen in so einem Fall mitreißen könnten“, erklärte die Ministerin. Auf dieser Grundlage werden Hochwasserschutzmaßnahmen entwickelt und umgesetzt. Das Umweltministerium übernimmt 90 Prozent der förderfähigen Kosten für die Erstellung des Konzeptes. Hierfür ist wichtig, dass die Bürgerinnen ihre Dokumentationen an die Orts-, Verbandsgemeinden und die SGD weitergeben. Sie bilden bei der Erstellung von Konzepten ebenfalls eine wichtige Grundlage.
„Extreme Wetterlagen und Hochwasser lassen sich nicht verhindern. Aber wir können in den Kommunen Vorsorge treffen, dass das Wasser in einem solchen Fall weniger Schäden anrichtet. Kommt es zu Schäden wie in diesen Tagen und Wochen, etwa an Flussbetten und Ufern der Gewässer oder an wasserwirtschaftlichen Anlagen, unterstützt das Land ebenfalls und übernimmt 50 Prozent der Kosten“, so Höfken.
Dazu gehören auch die Behebung von Seiten- und Tiefenerosion oder Verstopfungen der kommunalen Rohre. Die Ministerin appellierte zudem an die Bürgerinnen und Bürger, sich über die Möglichkeiten einer Elementarschadenversicherung zu informieren: „Die ungewöhnlich heftigen Regenfälle führen dazu, dass der Boden das Wasser nicht mehr aufnehmen kann. Auch die Kanalisation ist binnen weniger Minuten überlastet. Das ist anders als bei Hochwassern an Fließgewässern und bedeutet, dass auch kleine Flüsse, die noch nie über die Ufer getreten sind, zu reißenden Flüssen werden oder die Wassermassen in den Ort stürzen“, so die Ministerin.  "Ich danke den vielen Helfern und Einsatzkräften vor Ort. Ich wünsche den Betroffenen viel Kraft für die anstehende Schadensbewältigung und hoffe, dass die Schäden nicht existenziell sind“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken abschließend.
Mehr Informationen unter: https://wasser.rlp-umwelt.de/servlet/is/1045/

 

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